Samarra: Google Earth zeigt noch die goldene Kuppel

Bei einem Sprengstoffanschlag in der irakischen Stadt Samarra zerstörten sunnitische Extremisten am heutigen Mittwoch, dem 13. Juni die Minarette der schiitischen Goldenen Moschee. Schon im Februar 2006 wurde bei einem Anschlag die goldene Kuppel gesprengt, die der al-Askari-Moschee ihren bekannten Beinamen gab. In diesem wichtigen Heiligtum, von dem nun nur eine Ruine übriggeblieben ist, liegen zwei Imame begraben, die im 9. Jahrhundert gelebt haben.
In Google Earth ist die Goldene Moschee noch in ihrer unzerstörten Pracht zu sehen, die Koordinaten: 34.1988N, 43.8733E. Das Foto oben zeigt dazu im Vergleich eine Luftaufnahme des amerikanischen Militärs.
Berühmt ist auch das Minarett von Samarra, das sich an den Koordinaten 34.2071N, 43.8801E befindet und aus der Vogelperspektive an seinem Schatten schön zu erkennen ist. Es wurde ebenfalls im 9. Jahrhundert n. Chr. gebaut und ist einer antiken Zikkurat nachempfunden. In Form einer Spirale erhebt es sich 27 Meter hoch. Nur noch als Ruine zu sehen ist die al-Mutawakkil-Moschee, die einst als eine der größten Moscheen des Islams galt.
Nördlich des Minaretts von Samarra, nahe des Tigris-Ufers, sind Überreste der Ausgrabungen von Ernst Herzfeld zu erkennen, der 1911 bis 1913 dort tätig war und die islamische Archäologie mitbegründete.
Überreste einer Zikkurat (34.2432N, 43.8947E) zeugen von einer Besiedlung auch in vorchristlicher Zeit, eine wichtige Epoche war wohl die Kupfersteinzeit (ca. 5000 v. Chr.), als eine blühende Kultur im Gebiet von Samarra ansässig gewesen sein muss.